Die Geschichte des akademischen Ghostwritings

Die Geschichte des Ghostwritings ist mitnichten eine kurze, sondern wurde bereits in der Antike praktiziert. Heutzutage ist der Begriff des Ghostwritings in aller Munde und wird häufig mit negativen Pressemitteilungen assoziiert; vor allem wenn in einem akademischen Kontext argumentiert. Doch Geisterschreiberei existierten in vielen Bereichen, wie beispielsweise Politik, belletristischer Literatur oder auch Biografien. Jedoch sollte jedem Menschen auch bewusst sei, dass sich viele Politiker, Schauspieler, sowie Stars und Sternchen aus Film und Fernsehen Ghostwritern bedienen, um ihre eigene „Auto“biografie zu verfassen oder ein Buch zu schreiben. Jene Autoren, die Bücher für bekannte Personen verfassen, werden meist namentlich nicht und nur in seltenen Fällen als Co-Autor benannt. In diesem Zusammenhang ist jedoch davon auszugehen, dass die „Plagiate“, welche in der gesamten Abfassung eines Buches ergeben, strikt von jenen getrennt werden müssen, die sich in einem wissenschaftlichen Kontext ergeben können. Ferner muss auch darauf hingewiesen werden, dass Ghostwriter, unabhängig ihres Bereiches und Betätigungsfeldes in jedem Fall Auftragnehmer sind, welche nicht vom „Abschreiben“ und dem Plagiieren profitieren, da sie mit dem Verfassen professioneller Abschlussarbeiten oder belletristischer Werke ihr Geld verdienen und sich somit selbst schaden würden. Doch unabhängig dieser Darstellungen ist das akademische Ghostwriting so alt wie die Wissenschaft selbst. Bereits im alten Griechenland gab es so genannte Phantomschreiber, auch Logographen genannt, welche für Angeklagte und Ankläger vor Gericht Reden verfassten, die anschließend den jeweiligen Parteien des Prozesses als Plädoyer vorgetragen worden. Bereits zu dieser Zeit war es den Logographen alleinig vorbehalten eine finanzielle Vergütung für ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. Heutzutage werden diese verfassten Reden als evidente wissenschaftshistorische Quelle der Rechtswissenschaften angesehen und dienen bis heute als Basis für die aktuelle Rechtsprechung. Isokrates, als wichtigster antiker Ghostwriter war ebenfalls als Logograph tätig, welche 400 vor Christus eine Rhetorikschule in Athen gründete. Die wohl bekanntesten Schüler waren Lysias und Demosthenes, standen ebenfalls im Dienste der Gerichte und boten ihre Dienste zeitlebens an. Auch während des Bestehens des römischen Reiches wurden Ghostwriter, so genannte Scriptores orationis tätig: in dieser Zeit war es üblich, sich rhetorisch perfekte Reden auf den Leib der Regierenden schneidern zu lassen, die von einzelnen Senatoren vor dem Senat vorgetragen oder als Dekret eingereicht worden. Ferner verfassten diese Geisterschreiber nicht nur Reden für Senatoren, sondern auch für die regierenden Cäsaren.

Neben der gesetzgebenden Gewalt bediente sich der damalige Klerus den Geisterschreibern, die unter dem „Schreiber im Auftrag des Herrn“ diktiert worden. So ist es seit vielen Jahrhunderten üblich, dass Jesuiten im Vatikan als päpstliche Ghostwriter tätig waren. Als einer der bekanntesten Vertreter dieser Epoche ist Sebastian Tromp zu nennen, welcher während des 20 Jahrhunderts eine gewisse Berühmtheit erlang, in dem er als Autor der Enzyklika Mystici corporis, einer Zusammenfassung der katholischen Mysterien aus der Sicht Papst Pius XII, beschrieben wurde.

Während des 18. Jahrhunderts war es im aristokratischen und wohlhabenden Teilen der Bevölkerung üblich, akademische Titel zu „sammeln“. Da die damaligen Wissenschaftler im Gegensatz zu der heutigen Vergütung, geringe finanzielle Auskommen besaßen, boten sich die reichen Bürger an, Forschungsvorhaben und Dissertationen zu finanzieren. Da damaliger Wissenschaftlicher nur ein geringes finanzielles Auskommen besaßen, um ihre Familien zu ernähren, konnten sie aufgrund dessen ohne ihre Mäzenen keine bzw. kaum entsprechende Forschungsresultate veröffentlichen. Die reiche Bevölkerungsschicht bevorzugte es jedoch, sich nicht nur für populärwissenschaftliche und wissenschaftliche Themen zu interessieren, sondern auch akademische Titel zu erhalten. Es fand somit ein Kompromiss zwischen den mittellosen Gelehrten und dem Adel statt: Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Publikationen verlangte der Adel die Nennung ihrer unter den wissenschaftlichen Abhandlungen. Selbst zu der damaligen Zeit schien dies ein lukratives Geschäft, mit dem möglicherweise wissenschaftliche Ergebnisse und entsprechende Abhandlungen weitaus später veröffentlicht würden. Nicht nur in der Wissenschaft kamen Ghostwriter zum Einsatz, sondern auch in den Gefilden der Kunst und Musik. Auch hinter zahlreichen Schriften von Karl Marx verbirgt sich sein langjähriger Freund Friedrich Engels, welche gemeinsam Gesellschafts- Wirtschaftstheorien entwickelten.

Doch in der heutigen Zeit geht es weniger um Aristokratie und die fehlenden monetären Anreize im wissenschaftlichen Setting, sondern vielmehr um die Überwindung von Schreibblockaden, die sich mit Hilfe eines akademischen Ghostwriters schneller auflösen können. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass seriöse Agenturen nicht immer komplette Musterarbeiten verfassen, sondern auch Hilfe zur Selbst bieten, um dem Kunden kompetente Unterstützung zu ermöglichen. Diese Leistungen umfassen beispielsweise die Unterstützung bei Literaturrecherchen, dem Verfassen kleiner Textpassagen oder der Erstellung von Literatur- und Quellenverzeichnissen. Vor allem der Aspekt der Plagiatsprüfung spielt heutzutage eine wichtige Rolle.

Summa sumarum zeigt sich, dass sich (akademisches) Ghostwriting in vielen Fachbereichen weltweit verbreitet hat. Nicht nur in Kunst und Kultur, sondern auch in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft trifft man Geisterschreiber. Diese haben jedoch keinen leichten Job, da sie eng mit ihren Auftraggebern zusammenarbeiten, damit nicht auffällt, wenn diese eine komplette Rede oder auch Abschlussarbeit verfasst haben.