Ein Exposé – aber wozu?

Wenn man schon mit der Aufgabe konfrontiert wurde, ein Exposé schreiben zu müssen, dann hat man schon einen triftigen Grund, eines zu schreiben: Der Betreuer hat danach verlangt.

Und das ist auch tatsächlich einer der Gründe, warum es sich wirklich lohnt, ein Exposé zu schreiben: Der Betreuer unserer schriftlichen Arbeit kann uns effektiver helfen, eine gute Hausarbeit oder Abschlussarbeit zu schreiben.

Aber wozu dient ein Exposé? Lohnt es sich, eines zu schreiben, auch dann, wenn der Betreuer keins verlangt?

Die Antwort lautet: Ja! Eindeutig.

Wenn wir durchnehmen, wann es geschrieben wird und was es enthalten soll, werden wir einsehen, dass es nicht nur die Arbeit des Betreuers erleichtern und effektiver machen kann. Ein sorgfältig erstelltes Exposé kann auch für uns eine große Hilfe sein. Es kann beim Nachdenken über das Thema, der Terminplanung oder beim Überwinden von Schreibblockaden helfen.

Wann wird ein Exposé geschrieben?

Wenn wir für unsere schriftliche Arbeit das Thema gefunden, einen Überblick darüber gewonnen und eine Fragestellung formuliert und die ersten Recherchen gemacht haben, ist es an der Zeit, über ein Exposé nachzudenken.
Verlangt wird es von den Betreuern oft auch schon bei Hausarbeiten, bei Abschluss- oder Doktorarbeiten fast immer. Eine etwas andere „Textsorte“ ist das Exposé bei Stipendienanträgen.


Was enthalten die verschiedenen Exposés?

Länge und Inhalt variieren nach den Typen der schriftlichen Arbeiten.

Exposé für eine Hausarbeit:

- Das Exposé für eine Hausarbeit sollte nicht länger als 2-3 Seiten Fließtext sein.
- Es soll das Konzept, eine (vorläufige) Gliederung, einen Zeitplan und eine Auswahlbibliografie enthalten.

Im Konzept müssen wir das Thema und die Fragestellung beschreiben, den Forschungsstand zum Thema, unsere Ziele sowie unser geplantes Vorgehen darlegen.

Die dazu passende Gliederung kann praktisch ein kommentierter erster Entwurf eines Inhaltsverzeichnisses sein, mit grob geschätzten Seitenumfangangaben. Die Überschriftenformulierungen und die Seitenumfangangaben geben auch über unsere geplante Gewichtung Auskunft (über Ziele und Aufbau können wir in Form einer ersten Rohfassung einer Einleitung informieren).

In dem Zeitplan sollten wir festlegen, wann wir mit den einzelnen Etappenaufgaben fertig sein können/müssen. Denken wir dabei nicht nur an den Inhalt (Forschung, Recherche, Verfassen des Textes usw.), sondern auch an die Erstellung der Anlagen (Bilder, Grafiken, Listen usw.).

Exposé für eine Abschluss- oder Doktorarbeit
- Hier kann ein Exposé durchaus 5-20 Seiten lang sein.
- Auch hier sind Konzept, Gliederung, Zeitplan und Bibliografie die wichtigsten Punkte, aber zum Konzept gehört eine ausführlichere Darstellung des Vorhabens.

Ausführlicher als in einem Exposé für eine Hausarbeit sollten wir in einem Exposé für eine Abschluss- oder Doktorarbeit …
- den Teilbereich des Themas eingrenzen
- die Formulierung der Fragestellung erörtern
- über das Ziel der Arbeit bzw. über den Forschungsstand zum Thema informieren.


Anders als in einem Exposé für eine Hausarbeit sollen wir in einem Exposé für eine Abschlussarbeit oder Dissertation unbedingt auf folgende Punkte eingehen:
- Erkenntnisinteresse des Verfassers
- der Arbeit zugrunde liegende Hypothese
- Theorien, auf die in der Arbeit Bezug genommen wird
- Methoden, nach denen vorgegangen wird
- Quellen und Materialien (neben der Bibliografie), die verwendet werden sollen.

Ein so erstelltes Exposé soll aber uns und dem Betreuer nur helfen und uns bei der Forschung, Recherche und dem Verfassen der schriftlichen Arbeit auf keinen Fall eingrenzen. Es können durchaus neue Anhaltspunkte, dazu passende neue Artikel, ein neues Kapitel dazukommen und der Zeitplan sollte auch dementsprechend neu geschrieben werden. Ein Exposé leitet und strukturiert unsere Arbeit, es darf uns nicht dabei hindern.

Ein Exposé für ein Stipendien-, Projekt- oder Förderantrag soll besonders ausführlich die Inhalte betonen, die den Ausschreibungskriterien und Förderrichtlinien entsprechen, die Besonderheit unseres Projektes hervorheben und unsere Kompetenzen sowie alle anderen Faktoren aufzeigen, welche die Durchführung des Projektes realistisch erscheinen lassen. Auf die für dieses Exposé verlangte sorgfältige Erarbeitung der Forschungs-, Personal-, Reise- und Sachgegenstandkosten sollten wir besonders großen Wert legen!